Promotionsförderung


Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt: Wie kann ich Doktoranden beim schwierigen Prozess des Promovierens unterstützen? Jede Promotion ist ein ganz individueller Prozess. Klar, es gibt Gemeinsamkeiten. Ein Doktorand muss sich mit dem Vorgang des wissenschaftlichen Publizierens auseinandersetzen. Er oder sie muss sich gegenüber Kollegen im wissenschaftlichen Diskurs behaupten. Ein Thema muss gefunden und letztendlich die Dissertation verfasst werden. Eigentlich ziemlich einfach, oder?

Aber auf diesem – jahrelangen – Weg finden sich viele Stolperfallen. Projekte verlaufen nicht in die Richtung, in der man promovieren wollte. Die Projektlaufzeiten werden außerdem immer kürzer und innerhalb eines Projektes kann die Promotion nicht durchgeführt werden. Das nächste Projekt passt oft nicht mehr (so gut) zur bisherigen Forschungsrichtung. Projekt und Dissertation enden zum gleichen Zeitpunkt: Was hat Priorität? Usw. Usf.

Vor ein paar Jahren schon habe ich ein Doktorandenkolloquium im DFKI-Forschungsbereich „Wissensmanagement“ eingeführt. In etwa vierteljährlichem Abstand können die Doktoranden der ganzen Abteilung ihre aktuellen Fortschritte und Probleme präsentieren. Ob dieses Instrument erfolgreich ist? Das müssen wohl die einzelnen Doktoranden für sich selbst beurteilen. Ich denke, es war ein Anfang.
Als weitere Maßnahme habe ich vor ein paar Monaten begonnen, mit ein paar Doktoranden so genannte Forschungsgespräche zu führen. Wir vereinbaren dazu ca. einmal im Monat einen einstündigen Termin, an dem wir sowohl Organisatorisches/Administratives (Promotionsordnung, Gliederung der Dissertation, etc.) und Inhaltliches besprechen. Was gerade anliegt.

Auch ich profitiere davon, denn ich erhalte so natürlich auch mehr Einblick in ihre Arbeit. Eine Win-Win-Situation. Aber das Ganze ist naturgemäß auf eine geringe Zahl von Doktoranden beschränkt.

Welche Maßnahmen kann man aber noch treffen? Wie kann man eine Promotionskultur in einem Forschungsunternehmen fördern bzw. aufbauen?

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2 Antworten zu “Promotionsförderung

  1. Promotionsförderung ja und nein. Sie steht und fällt meiner Meinung nach mit einem Team, in dem Wissenschaft gelebt wird. Dann fällt so etwas automatisch ab. Schaue einmal nach Berkeley, Davis und Stanford… Ich habe viele Leute in Deutschland kennengelernt, die promovieren, um den Titel zu bekommen. Die erfolgreicheren haben es getan, weil es ihr Ding war, dann fällt der Dr. dabei ab. Wir müssen nicht immer alles und jeden fördern…

    „Vor ein paar Jahren schon habe ich ein Doktorandenkolloquium im DFKI-Forschungsbereich “Wissensmanagement” eingeführt. In etwa vierteljährlichem Abstand können die Doktoranden der ganzen Abteilung ihre aktuellen Fortschritte und Probleme präsentieren.“

    –> Du meinst in jährlichen bzw. 14 monatigen Abständen?

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  2. Das ist schon ganz richtig. Man muss nicht und man kann nicht alles fördern. Wenn man es aber schafft, eine entsprechende Unternehmenskultur rund um die Promotion aufzubauen, indem man Leitbilder formuliert, Rechte und Pflichten der Beteiligten beschreibt, dann erleichtert man das Promovieren – ohne den „Dr.“ gleich zu verschenken.
    Erfolgreiches Promovieren heißt, sich behauptet zu haben. Ein wichtiger Anteil ist genau das: sich zu behaupten. Aber wogegen behaupten? Als Doktorand will ich ja nicht nur Energie verschwenden mit „unnötigen“ Kämpfen. Und als Promovierter habe ich – so sehe ich meine Aufgabe – die Pflicht, Doktoranden zu unterstützen.

    „-> Du meinst in jährlichen bzw. 14 monatigen Abständen?“

    Das war eine einmalige Auszeit und renkte sich mittlerweile wieder ein.

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